Cost per Wear berechnen: Formel und Beispiele in Euro

Cost per Wear, auf Deutsch Kosten pro Tragen, ist der Preis eines Kleidungsstücks geteilt durch die Zahl der Tage, an denen du es getragen hast: Eine Jeans für 90 €, die du 60 Mal anhattest, kostet 1,50 € pro Tragen. Die Rechnung ist nur so gut wie diese Zahl, also zähl eine Saison lang mit und schätz vor dem nächsten Kauf mit deinen eigenen Werten.
Die Formel: Preis geteilt durch Tragetage
Die Formel lautet Cost per Wear = bezahlter Preis ÷ Tragetage. Nimm den Betrag, den du tatsächlich bezahlt hast, also nach Rabatt und mit Versand, nicht den ursprünglichen Preis auf dem Etikett.
Jedes Tragen drückt den Wert. Ein Pullover für 80 € kostet beim ersten Mal 80 €, nach dem zweiten 40 €, nach dem zehnten 8 € und nach dem vierzigsten 2 €. Ein Teil, das du noch nie getragen hast, hat keinen Cost per Wear, nur einen Preis.
Zum Überschlagen im Kopf: Auf 1 € pro Tragen kommt ein Teil, sobald du es so oft getragen hast, wie es Euro gekostet hat. Stiefel für 180 € brauchen dafür 180 Tragetage, für 2 € reichen 90.
Zum Nachschlagen ohne Rechner, mit den Preisen aus den Rechenbeispielen unten und gerundet auf den Cent:
| Bezahlt | 4 Mal getragen | 30 Mal getragen | 60 Mal getragen | 120 Mal getragen |
|---|---|---|---|---|
| 30 € | 7,50 € | 1,00 € | 0,50 € | 0,25 € |
| 80 € | 20,00 € | 2,67 € | 1,33 € | 0,67 € |
| 150 € | 37,50 € | 5,00 € | 2,50 € | 1,25 € |
| 240 € | 60,00 € | 8,00 € | 4,00 € | 2,00 € |
Lies die Tabelle über Kreuz: Der Wollmantel für 240 € steht nach 120 Tragetagen, also etwa zwei Wintern, bei 2,00 € pro Tragen, die Sale-Jeans für 30 € nach vier Tragetagen bei 7,50 €. Die Spalte mit 30 Tragetagen gehört zur Faustregel, die weiter unten bei den Fragen vor dem Kauf steht.
Was als Tragen zählt, legst du selbst fest, aber einmal für alle Teile. Eine brauchbare Regel: jeder Tag, an dem du ein Teil außer Haus oder den größten Teil des Tages anhast. Anprobieren zählt nicht, und der Mantel auf dem Weg zur Arbeit und zurück ist ein Tragetag, nicht zwei.
Rechenbeispiele in Euro: Mantel, Jeans und Kleid
Die Preise und Zahlen in der Tabelle sind ausgedachte Beispiele, gerundet, damit sich die Rechnung leicht nachvollziehen lässt. Durchschnittswerte sind es nicht.
| Teil | Bezahlt | Getragen | Cost per Wear |
|---|---|---|---|
| Wollmantel, fünf Winter lang an drei Tagen pro Woche | 240 € | 300 | 0,80 € |
| Derselbe Wollmantel nach zwei Wintern | 240 € | 120 | 2,00 € |
| Günstiger Mantel, nach einem Winter voller Knötchen und aus der Form | 80 € | 60 | 1,33 € |
| Dunkle Jeans, zwei Jahre lang zweimal pro Woche | 100 € | 200 | 0,50 € |
| Sale-Jeans, die nie richtig saß | 30 € | 4 | 7,50 € |
| Kleid für eine Hochzeit | 150 € | 1 | 150,00 € |
| Dasselbe Kleid nach zwei weiteren Festen | 150 € | 3 | 50,00 € |
| Kaschmirpullover, der auf einen besonderen Anlass wartet | 160 € | 4 | 40,00 € |
Teurer kaufen senkt den Cost per Wear nur, wenn das Teil auch hält. Nach zwei Wintern liegt der Wollmantel bei 2,00 € pro Tragen und damit über den 1,33 € eines günstigen Mantels, den du jeden Herbst neu kaufst. Gleichauf sind beide nach dem dritten Winter, günstiger wird der Wollmantel erst im vierten. Für den schnellen Vergleich teilst du die beiden Preise: 240 € ÷ 80 € = 3, der teure Mantel muss also dreimal so oft getragen werden, nur um gleichzuziehen.
Dass ein Mantel nach einem Winter schon wieder geht, kommt häufiger vor als früher: Laut einer Greenpeace-Umfrage von 2025 werden Jacken und Mäntel viermal so oft wie 2015 schon nach weniger als einem Jahr aussortiert, 8 statt 2 Prozent.
Ein niedriger Preis macht ein Teil noch nicht billig. Die Sale-Jeans hat weniger als ein Drittel der dunklen Jeans gekostet und ist pro Tragen 15-mal so teuer.
Anlasskleidung liegt von vornherein hoch. Ein Kleid für eine Hochzeit kommt nie in die Nähe von einem Euro pro Tragen, also vergleich es mit dem, was der Abend sonst gekostet hätte: leihen, mieten oder ein Kleid, das du schon hast. Jedes weitere Tragen zählt trotzdem, und zwei Feste mehr drücken es von 150 € auf 50 €.
Der Kaschmirpullover war billiger als der Wollmantel, doch jedes Tragen kostet 50-mal so viel wie beim Mantel nach fünf Wintern, weil er im Schrank auf einen Anlass wartet. Die Lösung kostet nichts: Trag ihn an ganz normalen Tagen.
Einen offiziell guten Cost per Wear gibt es nicht. Mäntel und Jeans aus der Tabelle landen, bis zum Ende getragen, zwischen 50 Cent und 1,33 €. Ansonsten ist ein Wert gut, wenn er unter deiner Alternative liegt: einer günstigeren Version, die du früher ersetzen müsstest, dem Mieten oder einem Teil, das du schon besitzt.

Mitzählen: Kleiderbügel, Excel, Kalender oder App
Die Division ist leicht, beim Zählen geht Cost per Wear schief. Das Gedächtnis ist ein schlechter Zähler: Der Lieblingspullover fühlt sich an, als wäre er den ganzen Winter dran gewesen, obwohl er vielleicht zweimal im Monat aus dem Schrank kam.
Vier Wege zu einer echten Zahl, vom einfachsten zum genauesten:
- Der Kleiderbügel-Trick. Häng zu Beginn der Saison alle Bügel verkehrt herum auf und jedes Teil nach dem Tragen richtig herum zurück. Du siehst, was du trägst und was nicht, aber nicht, wie oft, und nur bei dem, was hängt. Derselbe Trick hilft beim Kleiderschrank ausmisten.
- Excel oder eine Notiz. Jedes Teil bekommt eine Zeile, und nach jedem Tragen machst du einen Strich. In Excel steht der Preis in Spalte B, die Zahl der Tragetage in Spalte C, und in Spalte D rechnet =B2/C2 den Cost per Wear aus. Steht in C noch eine 0, zeigt Excel #DIV/0!, was sogar stimmt: Ungetragen hat ein Teil noch keinen Cost per Wear.
- Ein Kalender. Notier auf Papier oder im Handykalender, was du jeden Tag anhattest, und zähl am Ende der Saison die Tage pro Teil. Das Zusammenzählen dauert am längsten, dafür siehst du auch, welche Outfits sich wiederholen.
- Eine App, die Outfits protokolliert. In gussy markierst du im Kalender das Outfit, das du getragen hast, und jedes Teil darin bekommt einen Tragetag dazu. Am Teil steht dann zum Beispiel „3 Mal getragen“, und der Schrank lässt sich nach „Meistgetragen“ oder „Vergessen“ sortieren.
Gib dem Ganzen eine volle Saison, etwa drei Monate. Wer anfängt, wenn die Mäntel wieder aus dem Schrank kommen, hat bis zum Frühjahr echte Winterzahlen.

Vor dem Kauf rechnen: Black Friday am 27. November 2026
Black Friday fällt 2026 auf den 27. November, Cyber Monday auf den 30. Ein reduziertes Teil lohnt sich nur, wenn es mit deiner echten Zahl an Tragetagen pro Tragen günstiger wird als die Alternative. Wer heute zu zählen anfängt, hat bis dahin ein paar Wochen echte Zahlen, zumindest für Mantel, Jeans und Schuhe, die fast täglich dran sind.
Angenommen, im Black-Friday-Sale ist ein Wollmantel von 300 € auf 210 € reduziert, und daneben hängt einer für 70 €, der fast genauso gut sitzt. Der reduzierte kostet dreimal so viel und braucht also dreimal so viele Tragetage. Ob er die schafft, hängt an zwei Zahlen: wie oft du ihn tragen würdest und wie viele Winter er hält.
Die erste Zahl nimmst du aus deiner eigenen Zählung, nicht aus der Hoffnung, zum Beispiel wie oft dein jetziger Mantel letzten Winter dran war. Sagen wir, es waren etwa 50 Tage. Hält der Mantel für 70 € einen Winter, kostet er 1,40 € pro Tragen. Der für 210 € erreicht dieselben 1,40 € im dritten Winter und 0,84 € im fünften. Weißt du schon, dass du in zwei Jahren einen anderen Schnitt willst, ist der günstige der bessere Kauf.
Ein Rabatt senkt den Preis, nicht die Zahl der Tragetage. Ein Teil, das im Schrank hängen bleibt, ist auch mit 70 Prozent Rabatt teuer.
Dreh die Formel um, bevor die Preise fallen: Höchstpreis = geschätzte Tragetage × dein Ziel pro Tragen. Rechnest du bei einem Pullover mit 40 Tragetagen und willst höchstens 1,50 € pro Tragen zahlen, liegt dein Höchstpreis bei 60 €. Schreib ihn neben jedes Teil auf deiner Wunschliste, dann entscheidet am 27. November die Zahl und nicht der Countdown. Ob du die Summe gerade ausgeben kannst, sagt dir keine der beiden Formeln: Ein Mantel, der sich über fünf Winter rechnet, ist trotzdem zu teuer, wenn danach im Dezember das Geld für die Weihnachtsgeschenke fehlt.
Drei Fragen noch, bevor du bezahlst:
- Wirst du es mindestens 30 Mal tragen? Die Frage geht auf Livia Firth zurück, die Gründerin von Eco-Age, wie FashionUnited beschreibt: kein Teil kaufen, das du nicht mindestens 30 Mal tragen wirst. Ist die ehrliche Antwort Nein, lass es hängen, außer es ist ein Anlassteil, das du schon gegen Leihen oder Mieten abgewogen hast.
- Fallen dir drei Teile ein, die du oft trägst und zu denen es passt? Ein Teil, das nur in einem einzigen Outfit funktioniert, kommt nie öfter dran als dieses Outfit.
- Hängt so etwas schon im Schrank? Ein Teil, das du besitzt, wird mit jedem weiteren Tragen günstiger, ein neues fängt bei seinem vollen Preis an.
Die erweiterte Formel mit Pflege, Reparatur und Wiederverkauf
Preis durch Tragetage übersieht alles, was nach dem Kauf passiert. Vollständiger ist (Preis + Pflege + Reparaturen − Wiederverkauf) ÷ Tragetage.
Nimm noch einmal den Wollmantel für 240 € aus den Rechenbeispielen. Angenommen, er geht fünf Winter lang jedes Jahr für 20 € in die Reinigung, bekommt einmal für 10 € neue Knöpfe und bringt am Ende 50 € auf dem Secondhand-Markt: (240 + 100 + 10 − 50) ÷ 300 ergibt 1,00 € pro Tragen statt 0,80 €. Der günstige Mantel ging in die Waschmaschine und bleibt bei 1,33 €, der Abstand schrumpft. In Excel sind das drei Spalten mehr, Pflege in E, Reparaturen in F und Wiederverkauf in G, und die Formel in D wird zu =(B2+E2+F2-G2)/C2.
Was in keiner Spalte steht, schreibst du am besten selbst daneben. In Spalte C zählt jeder Tragetag gleich, ob der Rollkragen weich war oder dich im geheizten Büro den ganzen Nachmittag am Hals gekratzt hat. Die Leinenbluse, die nach jeder Wäsche unters Bügeleisen muss, sieht in der Tabelle günstiger aus, als sie sich anfühlt, denn die Viertelstunde am Bügelbrett taucht nirgends auf. Ein Stichwort in Spalte H wie „kratzt“ oder „bügeln“ reicht, damit du beim nächsten Kauf daran denkst.
Vorsicht auch bei einem guten Wert, der nur aus Mangel entsteht: Trägst du die eine Stoffhose jeden Tag ins Büro, weil keine zweite passt, zeigt der niedrige Cost per Wear eine Lücke im Schrank an und keinen besonders guten Kauf.
Häufige Fragen
Was bedeutet Cost per Wear auf Deutsch?
Cost per Wear heißt Kosten pro Tragen. Du teilst den Preis eines Kleidungsstücks durch die Zahl der Tage, an denen du es getragen hast, und siehst, was dich jedes einzelne Tragen gekostet hat.
Wie berechnet man Cost per Wear?
Teil den bezahlten Preis durch die Zahl der Tragetage: Eine Jeans für 90 €, 60 Mal getragen, kostet 1,50 € pro Tragen. Für die erweiterte Rechnung addierst du vorher Pflege und Reparaturen und ziehst den Wiederverkauf ab.
Was ist ein guter Cost per Wear?
Einen offiziellen Richtwert gibt es nicht. Gut ist ein Wert, der unter deiner Alternative liegt: einer günstigeren Version, die du früher ersetzen müsstest, dem Mieten für einen Anlass oder einem Teil, das du schon hast.
Wie oft sollte man ein Kleidungsstück tragen?
Eine bekannte Faustregel sind mindestens 30 Mal: Livia Firth, die Gründerin von Eco-Age, rät, nichts zu kaufen, was du nicht so oft tragen wirst. Für Mäntel, Jeans und Schuhe, die du fast täglich trägst, ist 30 eher die Untergrenze.
Wie berechne ich Cost per Wear in Excel?
Schreib den Preis in Spalte B, die Zahl der Tragetage in Spalte C und in Spalte D die Formel =B2/C2. Für Pflege, Reparaturen und Wiederverkauf nimmst du drei weitere Spalten und rechnest =(B2+E2+F2-G2)/C2.
Lohnt sich Black Friday für Kleidung?
Nur für Teile, die du ohnehin brauchst und oft trägst. Rechne mit deiner echten Zahl an Tragetagen: Wird das reduzierte Teil pro Tragen günstiger als deine Alternative, lohnt es sich, sonst ist auch ein hoher Rabatt teuer.
Lohnt sich teure Kleidung?
Nur wenn du sie oft genug trägst, um den Preisunterschied auszugleichen. Teil die beiden Preise durcheinander: Ein Mantel, der dreimal so viel kostet, braucht dreimal so viele Tragetage, muss also meist dreimal so viele Winter halten.



